Eine klinische 10-Jahresbeurteilung von festsitzendem Zahnersatz im Seitenzahnbereich, bestehend aus Zirkoniumdioxid

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2020-10-26
Issue Year
2020
Authors
Stelzer, Simon Paul
Editor
Abstract

1 Summary

Aims The current situation of an ascertained scarceness of qualified scientific evidence for the long-term survival of all-ceramic zirconia bridges was the starting point that triggered the following study of a „10-year clinical evaluation of zirconia posterior FPD’s“. The aim of this investigation was to document the condition of tripartite and quadrinominal LAVA™-zirconia-bridges in the posterior region after a period of ten years in use in order to be able to make a statement about the robustness and resistance to wear and tear of this specific form of restauration in the long run. A three-dimensional white light scanner (ATOS II) had been used to document the abrasion of ceramics and to ensure a profound evaluation of all data.

Methods The first part of this work deals with the clinical evaluation of zirconia-bridges in the posterior region. The ceramics have been judged by means of modified CDA criteria. Besides form, colour and surface texture also success rate and survival rate of the restaurations were recorded. In the second part full-ceramic bridges were ex-amined by a method established at the Friedrich-Alexander-University Erlangen Nürnberg - Zahnklinik 2 – Dental Prosthetics. A three-dimensional white light scan-ner (ATOS II) demonstrated most clearly the exact degree of abrasion. Here as well the occlusal volume decrease as the maximum loss of material within ten years could be visually captured and evaluated.

Results First of all clinical evaluation has proved an excellent biocompatibility of full-ceramics. Furthermore the material convinced with its natural, full-scale colour re-production. However, the brittleness of the material often led to „chipping frac-tures“. After 10 years of use the success rate for all-ceramics in a follow up- exami-nation was at 60% whereas the survival rate could be specified by 88,2%. This cor-responds with 15 out of 17 all-ceramic bridges investigated. With the help of ATOS II an increasing loss of material could be detected during the investigation period. Apart from that abrasion differed between the premolar and molar parts of bridges. Over the whole period of examination molar parts showed a more significant loss of material. The maximum abrasion value could be determined between -0,278 mm for premolar and -0,435 mm for molar parts.

Conclusion Based on the present study all-ceramic systems like LAVA™ (3M ESPE) used as bridge construction in the posterior region were certified satisfactory results as far as their durability is concerned. The main problem which caused the breakdown of this full-ceramic system was the appearance of the so-called „chipping“, a bursting and peeling of the ceramic cover. Patients showed themselves equally convinced of the biocompatibility of full-ceramic restaurations and the aesthetic effect as the doctors treating. As far as form, colour, plaque accumulation and the reaction of organic texture were concerned ceramics achieved high satisfaction. Nevertheless this sur-vey is inclined to recommend all-ceramic zirconia bridges in the posterior region only in a restricted way. The further technical development in the field of ceramics, especially the production of monolithic oxide ceramic may possibly bring about once more an increased durability here. Though, there is not yet enough data in this field which might allow a profound final judgement.

Abstract

1 Zusammenfassung

Hintergrund und Ziele Die aktuell geringe Datenlage aus wissenschaftlichen Arbeiten, welche sich mit dem Langzeitüberleben vollkeramischer Zirkoniumdioxid-Brücken befasst haben, war Anlass für die Durchführung der Studie „10-year clinical evaluation of zirconia posterior FPD´s“. Das Ziel dieser Arbeit war es, den Zustand von drei- und vier-gliedrigen Brücken aus LAVATM- Zirkoniumdioxidkeramik im Seitenzahnbereich, nach über 10 Jahren in Funktion zu dokumentieren, um eine Aussage hinsichtlich des Langzeitüberlebens derartiger Restaurationen treffen zu können. Darüber hinaus sollte das Abrasionsverhalten der Keramiken mittels 3D-Weißlichtscanner (ATOS II) dokumentiert und ausgewertet werden.

Methode Der erste Teil dieser Arbeit dokumentiert die klinische Evaluation von Zirkonium-dioxid-Brücken im Seitenzahnbereich. Diese wurden anhand modifizierter CDA-Kriterien bewertet. Neben Form, Farbe und Oberflächenbeschaffenheit der Restau-rationen wurden auch die Erfolgs- und Überlebensrate der Arbeiten erfasst. Im zweiten Teilabschnitt der Arbeit wurden die Vollkeramikbrücken, mit einem an der Zahnklinik 2 – Zahnärztliche Prothetik der Friedrich-Alexander-Universität Er-langen-Nürnberg etablierten Verfahren, unter Zuhilfenahme des kontaktfreien 3D-Weißlichtscanners ATOS II hinsichtlich ihres Abrasionsverhaltens untersucht. Da-bei wurde die okklusale Volumenabnahme sowie der maximale Materialverlust der Keramikrestaurationen im Verlauf von 10 Jahren lichtoptisch dargestellt und bewer-tet.

Ergebnisse Im Rahmen der klinischen Evaluation zeigte sich die ausgezeichnete Biokompatibi-lität der Keramiken. Zudem konnte das Material mit seiner naturgetreuen Farbwie-dergabe überzeugen. Aufgrund der Sprödheit des Materials kam es jedoch häufig zu „Chippingfrakturen“. Nach 10 Jahren in Funktion resultierte daraus eine Erfolgsrate von 60% für die Ke-ramikrestaurationen. Die Überlebensrate lag bei 88,2%. Das entsprach 15 von 17 nachuntersuchten Brücken. Im Rahmen der lichtoptischen Untersuchung ließ sich ein zunehmender Material-verlust über den Untersuchungszeitraum hinweg feststellen. Zudem konnte der unterschiedliche Verschleiß zwischen prämolaren und molaren Brückenanteilen dokumentiert werden. Die Molaren wiesen über den gesamten Untersuchungszeit-raum hinweg einen ausgeprägteren Materialverlust auf. Die maximalen ermittelten Abra- sionswerte lagen zwischen -0,278 mm für Prämolaren und -0,435 mm für Mo-laren.

Schlussfolgerung Es war festzustellen, dass vollkeramisch Systeme wie LAVATM (3M ESPE), einge-setzt für Brückenkonstruktionen im Seitenzahnbereich, zufriedenstellende Ergebnis-se bezüglich ihrer Langlebigkeit erzielten. Die Hauptproblematik, die zum Versagen der mit glaskeramischen Massen verblendeten Zirkoniumdioxidgerüste führte, zeig-te sich im „Chipping“, also dem Abplatzen der Verblendkeramik. Die ästhetische Wirkung und ausgezeichnete Biokompatibilität keramischer Restaurationen konnte neben dem Patientenkollektiv auch die Behandler überzeugen. Sowohl in Form- und Farbgestaltung als auch hinsichtlich ihrer Plaqueakkumulation und der Weichge-websreaktion im Bereich der Restaurationen schnitten die Keramiken sehr zufrie-denstellend ab. Dennoch lassen sich aufgrund der Ergebnisse aus dieser Studie Zirkoniumdioxid-brücken, welche glaskeramisch verblendet sind, nur bedingt für den Einsatz im Sei-tenzahnbereich empfehlen. Die technische Weiterentwicklung der Keramiken, insbesondere die Herstellung monolithischer Oxidkeramiken für den Seitenzahnbereich, könnte die Überlebensra-te derartiger Restaurationen noch einmal deutlich verbessern. Es liegen diesbezüg-lich jedoch noch nicht ausreichend Daten vor, um ein endgültiges Fazit für diese Materialklasse ziehen zu können.

DOI
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