APSified OCT-angiography analysis: macula vessel density in healthy eyes during office hours

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Granting Institution
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Medizinische Fakultät
Issue Date
2024
Authors
Müller, Meike
Editor
Abstract

Hintergrund und Ziele Die optische Kohärenztomographie-Angiographie (OCT-A) als bildgebendes Verfahren stellt eine nicht-invasive Methode zur quantitativen Bestimmung der retinochoroidalen Durchblutung dar. Sie erlaubt es, in vivo Aufnahmen der Gefäßdichte der Makula sowie der peripapillären Region zu generieren. Für eine korrekte Auswertung und Interpretation der so gewonnenen OCT-A-Daten ist es notwendig, mögliche Einflussfaktoren, wie beispielsweise tageszeitliche Schwankungen, zu kennen. Ziel der vorliegenden Studie war es deshalb, zirkadiane Änderungen der Makula Gefäßdichte (VD) gesunder Erwachsener während zuvor festgelegter Bürozeiten von 9 bis 21 Uhr zu bestimmen. Zusätzlich wurden Änderungen der Achsenlänge (AL) und der subfoveolarer Aderhautdicke (CT) untersucht.

Methoden In der prospektiven Studie wurden 30 Augen von 30 gesunden Erwachsenen (Durchschnittsalter 28,7 ± 11,8 Jahre, Altersspanne 19-60 Jahre) untersucht. Bei jedem Probanden wurden innerhalb eines Tages an drei zuvor festgelegten Zeitpunkten um 9 Uhr, 15 Uhr und 21 Uhr die AL, die subfoveale CT sowie die dreischichtige Makula VD (oberflächlicher Gefäßplexus (SVP), intermediärer Kapillarplexus (ICP) und tiefer Kapillarplexus (DCP)) bestimmt. Die VD wurde anschließend für jede der drei Schichten jeweils gesamt sowie nach Aufteilung in 12 Sektoren auch einzeln ausgewertet. Zur besseren intra- und interindividuellen Vergleichbarkeit der Scans wurde für die quantitative OCT-A-Analyse das neue „Anatomical Positioning System“ (APS, Teil der Glaucoma Module Premium Edition [GMPE], Heidelberg Engineering, Deutschland) verwendet, welches durch Ausrichtung der Scans anhand anatomischer Landmarken eine Analyse identischer Netzhautbereiche ermöglichte.

Ergebnisse und Beobachtungen Während des Untersuchungszeitraums blieb die mittlere Gesamt VD aller Augen in SVP, ICP und DCP konstant (p>0,05). Ebenso ergab die Auswertung von AL und CT keine statistisch signifikanten Veränderungen im zeitlichen Verlauf (p>0,05). Vielmehr wurde eine große interindividuelle Varianz der einzelnen VD-Kurven mit unterschiedlichen Spitzenzeiten beobachtet. Im Gegensatz zur Gesamt VD, änderte sich jedoch die sektorielle VD in Abhängigkeit von der Uhrzeit in allen drei Schichten mit einem Anstieg in SVP zwischen 9 Uhr und 21 Uhr (p=0,003), in ICP zwischen 15 Uhr und 21 Uhr (p=0,000) und in DCP zwischen 9 Uhr und 21 Uhr (p=0,048) sowie 15 Uhr und 21 Uhr (p=0,000).

Schlussfolgerungen und Diskussion In der vorliegenden Studie schienen in der Kohorte die mittlere Gesamt VD, die subfoveale CT und die AL über die drei Messzeiten hinweg konstant zu bleiben. Dagegen konnten in einer regionalen VD-Analyse gewisse zeitliche Änderungen festgestellt werden. Demnach kann ein zirkadianer Einfluss auf die kapillare Mikrozirkulation nicht ausgeschlossen werden. Die Ergebnisse zeigen die Bedeutung einer detaillierten Analyse der VD sowohl in verschiedenen Sektoren als auch einzelnen Gefäßschichten. Interessant ist darüber hinaus, dass das Muster der tageszeitlichen Schwankungen interindividuell zu variieren scheint, so dass bei der Auswertung dieser Parameter im klinischen Alltag ein patientenspezifisches Fluktuationsmuster berücksichtigt werden sollte.

Citation
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36893212/
DOI
URN
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