Transient Enlargement in Meningiomas Treated with Stereotactic Radiotherapy

Language
en
Document Type
Doctoral Thesis
Granting Institution
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Medizinische Fakultät
Issue Date
2024
Authors
Maksoud, Ziad
Editor
Abstract
  1. Abstract

1.1. Hintergrund und Ziele Meningeome sind die häufigsten gutartigen intrakraniellen Tumore, weshalb klinische Forschung auf diesem Gebiet eine große Bedeutung für eine Vielzahl von Patienten hat. Neben der chirurgischen Entfernung spielt die stereotaktische Bestrahlung eine entscheidende Rolle in der Therapie dieser Erkrankung, während bis jetzt systemische Therapien unzureichende Effektivität gezeigt haben. Trotz des wachsenden Interesses für die radiotherapeutische Behandlung von Meningeomen, stellt die genaue Beurteilung der Größenentwicklung nach Radiotherapie aufgrund ihrer komplexen Geometrie und ihrer niedrigen Sphärizität nach wie vor eine erhebliche Herausforderung dar. Dabei fehlt es derzeit neben einem Verständnis der Volumenentwicklung auch an ausgearbeiteten volumetrischen Kriterien zur Bewertung des Therapieansprechens oder des Krankheitsprogresses in klinischen Radiotherapiestudien. Die vorliegende Publikation "Pseudoprogression in Meningeomen nach stereotaktischer Radiotherapie (englischer Originaltitel: Transient Enlargement in Meningiomas treated with Stereotactic Radiotherapy) ” befasst sich eben mit dieser Technik und möchte einen Beitrag auf dem Gebiet der volumetrischen Bewertungskriterien leisten. 1.2. Methoden: Mithilfe der etablierten Open-Source Software 3D Slicer wurden kontrastmittelverstärkte 1 mm³-isotroper T1-MPRAGE Sequenzen von insgesamt 69 Meningeomen in 64 Patienten vor Strahlentherapie und im weiteren Verlauf ausgewertet. Alle Bilder wurden an Siemens 1.5 oder 3 T Tesla MRI Geräten in dem Zeitraum zwischen Januar 2005 und Mai 2018 akquiriert. Alle Patienten bekamen eine MRT vor der Strahlentherapie und die erste routinemäßige posttherapeutische Kontrolle nach 3 Monaten und anschließend weitere Kontrollen alle 3-6 Monate. Im Falle einer neu aufgetretenen Volumenvergrößerung wurde die Follow-up-Kontrolle auf ein Intervall von 3 Monaten verkürzt. Jedoch aufgrund der retrospektiven Beschaffenheit dieser Studie, bekamen einige Patienten MRT an etwas unterschiedlichen Zeitpunkten nach stereotaktischer Radiotherapie. Die Bewertung des Ansprechens wurde gemäß den kürzlich vorgeschlagenen volumetrischen RANO-Kriterien für Meningeome durchgeführt, wobei die fortschreitende Erkrankung (PD) als ≥ 40%ige Volumenzunahme gegenüber dem Nadir oder dem Ausgangswert (d. h. relatives Volumen ≥ 140 %), geringfügiges Ansprechen (MR) als ≥ 40%ige und partielles Ansprechen (PR) als ≥65%ige Volumenreduktion im Vergleich zum Ausgangswert (d. h. relatives Volumen ≤ 60 % bzw. ≤ 35 %) definiert wurde. Alle anderen Läsionen wurden als stabil (SD) eingestuft. Veränderungen in entfernten Meningeomen, der Anwendung von Kortikosteroiden oder dem klinischen Status wurden bei der Definition der lokalen Progression in der vorliegenden Studie nicht berücksichtigt. Eine transiente Vergrößerung wurde definiert als eine Volumenzunahme von ≥20 %, gefolgt von einer spontanen volumetrischen Regression von mindestens 20 % relativ zum maximalen Tumorvolumen, da dies allgemein als die niedrigste volumetrische Differenz angesehen wird, die zuverlässig erkannt werden kann. 1.3. Ergebnisse und Beobachtungen: In der Analyse des natürlichen Volumenverlaufs von Meningeomen nach stereotaktischer Bestrahlung wurde beobachtet, dass eine Pseudoprogression nur bei 6 % (4/69) nach Radiotherapie (RT) auftrat, sie aber 60 % (3/5) der Fälle mit fortschreitender Erkrankung repräsentiert hätte, wenn sie nicht berücksichtigt worden wäre. Die Pseudoprogression war durch eine mittlere maximale volumetrische Zunahme von +181 % (Spannweite: +24 % bis +389 %) gekennzeichnet, wobei alle Fälle im ersten Jahr nach RT auftraten (Spannweite: 4,1–10,3 Monate). Eine Pseudoprogression war bei stereotaktischer Radiochirurgie (SRS) oder hypofraktionierter Radiotherapie signifikant häufiger als bei konventionell fraktionierter Strahlentherapie (25 % vs. 2 %, p = 0,015). 1.4. Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse der vorgestellten Arbeit lassen die nachfolgenden Schlussfolgerungen zu. Die transiente Vergrößerung von Meningeomen im ersten Jahr nach SRS und hypofraktionierter Strahlentherapie stellte in der vorliegenden Studie eine wichtige Differenzialdiagnose zu echter Tumorprogression dar. Eine Pseudoprogression war nach konventionell fraktionierter Strahlentherapie selten und kein Fall einer Pseudoprogression wurde nach einem Jahr im Rahmen des Follow-ups beobachtet; daher sollte eine Vergrößerung des Meningeoms in diesen Situationen den Verdacht auf eine echte Tumorprogression wecken. Die vorgeschlagenen volumetrischen RANO-Kriterien für Meningeome waren gut geeignet, um die lokale Kontrolle zu beurteilen. Die volumetrische Kontrolle über 5 Jahre nach stereotaktischer Strahlentherapie war ausgezeichnet, wenn eine transiente Vergrößerung berücksichtigt wurde. Diese Ergebnisse sind bedeutend für standardisierte volumetrische Kriterien in zukünftigen Radiotherapiestudien für Meningeome.

Citation

Maksoud, Z.; Schmidt, M.A.; Huang, Y.; Rutzner, S.; Mansoorian, S.; Weissmann, T.; Bert, C.; Distel, L.; Semrau, S.; Lettmaier, S.; Eyüpoglu, I.; Fietkau, R.; Putz, F. Transient Enlargement in Meningiomas Treated with Stereotactic Radiotherapy. Cancers 2022, 14, 1547. DOI: 10.3390/cancers14061547

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