Zuschreibungen: Prozesse der Identifikation, Differenzierung und Bewältigung

Language
de
Document Type
Working Paper
Issue Date
2023
Authors
Vorndran, Ann-Sophie
Editor
Hagenhoff, Svenja
Abstract

Nicht erst zu Pandemiezeiten wurden Bücherregale als Hintergründe genutzt – das Buch als Symbol eines bestimmten, meist gehobenen und intellektuell aufgeladenen, Lebensstils erfreut bereits seit langer Zeit Beliebtheit. Doch nicht nur als prestigeträchtiger Wissensvermittler auf Bildschirmen oder Fotografien wirken Bücher, auch für die deutsche Buchbranche spielt die Aufladung des Buches – insbesondere als Kulturgut – eine wichtige Rolle und beeinflusst ihr Handeln. Obwohl solche sog. Zuschreibungen allgegenwärtig zu sein scheinen, scheinen sie bisher kaum oder nur unzureichend identifiziert, klassifiziert und definiert. Dieser Bericht verfolgt daher das Ziel, Zuschreibungen als weiche Faktoren greifbar zu machen und eben diese Lücke der Identifikation, Klassifikation und Definition zu schließen. Hierfür wurden zugrundeliegende Theorien und Konzepte von Zuschreibungen eruiert sowie relevante Elemente extrahiert. Die Ergebnisse der Analyse zeigen, dass Zuschreibungen ihren Ursprung u.a. in früh erlernten und überlieferten Überzeugungen und Routinen zu haben scheinen und diese erlernten Normen und Traditionen sich zumeist unbewusst und mehr oder weniger ausgeprägt auf Arbeit, Karriere und Präferenzen gegenüber Objekten, Handlungen oder anderen Personen auswirken. Weiterhin spielen Differenzierung und die Schaffung eines Selbstbildes eine zentrale Rolle. Es wird daher angenommen, dass Zuschreibungen allgegenwärtige und ständig wirkende Elemente eines jeden Handelns sind, die zum einen hochindividuell und zum anderen kaum vollkommen umgehbar sind.

Abstract

Bookshelves were not solely reserved as backdrops during the pandemic. Books have long been synonymous with a certain cultured, sophisticated and intellectually charged life-style. However, books are not just revered as prestigious mediums of knowledge on screens or in photographs, but the German book industry itself seems also significantly impacted by the book's status as a cultural asset. While said attributions appear to be ubiquitous, the term itself has yet to be properly identified, classified, and defined. This report aims to provide a tangible understanding of attributions as soft factors, closing the gap in identification, classification, and definition. The underlying theories and concepts of attributions were analysed, and relevant elements were extracted to achieve this goal. The analysis indicates that attributions stem from learned beliefs and routines, as well as traditions and typical actions for an industry, which often unconsciously influence one's work, career, and attitudes towards others and things. Additionally, developing a self-im-age and distinguishing oneself in society or as an industry seems to play a key role. Therefore, it is believed that attributions play a ubiquitous and significant role in every action, and are highly personal, making complete avoidance almost impossible.

Series
Erlanger Beiträge zur Medienwirtschaft
Series Nr.
17
DOI
URN
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