Häufigkeit und Ausmaß von Wurzelspitzenresorptionen nach festsitzender Therapie mit Multibracketapparatur - eine retrospektive Studie

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2014-03-11
Issue Year
2014
Authors
Röhr, Julian
Editor
Abstract

Introduction: The increasing need for orthodontic treatments due to esthetic, prophylactic or functional reasons requires a continuous effort to improve and refine orthodontic equipment. Because of the desire for a very fast and efficient treatment profound knowledge of the applied orthodontic devices together with their effect and risk is needed. Against this background the aim of this research is to examine the quality of treatment outcomes and furthermore to check prevalence and degree of root resorption after treatment with fixed orthodontic appliance.

Material and methods: 104 patients orthodontically treated with fixed appliances between 2004 and 2009 at the University Dental Hospital Erlangen were included in this study. Patient records, jaw models and radiographs were available. The data was recorded and evaluated statistically.

Results: The mean treatment time was about two years (23.6 month). The number of patients with deep bite decreased during treatment. Furthermore for all patients with open bite an adjustment was achieved. The means of overjet and overbite could be modulated into normal range (2-3 mm). A longer treatment time went along with increasing resorptions. Alike the use of elastics pushed on the progression of resorptions. Regarding the occlusion of angle class II patients (1.14 mm) and angle class III patients (1.06 mm) the apical roots showed stronger resorption of root surfaces. However abnormal root shape did not lead to significantly stronger root resorption.

Conclusion: Inflammatory root resorptions as an iatrogenic effect should be minimised. It is essential to advise the patient in advance of all possible risks of orthodontic treatment. Special attention needs to be payed to patients with distinctive malocclusion when using corrective tooth movement in orthodontics. Patients who show initiating clinical significant resorptions during treatment should be monitored carefully. Depending on the individual situation the treatment aims should be reconsidered.

Abstract

Einleitung: Der steigende Bedarf an kieferorthopädischen Behandlungen, sei es aus ästhetischen, prophylaktischen oder funktionellen Gründen, erfordert ein stetiges Bemühen um Verbesserung und Weiterentwicklung kieferorthopädischer Geräte. Der Wunsch nach einer möglichst schnellen und effizienten Therapie erfordert Kenntnisse der verwendeten Apparatur, deren Wirkungen und Gefahren. Vor diesem Hintergrund will die vorliegende Arbeit die Qualität der Behandlungsergebnisse sowie Häufigkeit und Ausmaß von Wurzelresorptionen nach Behandlung mit festsitzender Apparatur prüfen.

Material und Methode: Für die Studie wurden 104 Patienten herangezogen, die sich im Zeitraum von 2004 bis 2009 an der ZMK-Klinik der Universitätsklinik Erlangen einer kieferorthopädischen Behandlung mit festsitzenden Apparaturen unterzogen. An Befundinformationen standen Patientenakte, Kiefermodelle und Röntgenbilder zur Verfügung. Diese wurden in einem Erhebungsbogen aufgenommen und statistisch ausgewertet.

Ergebnisse: Der durchschnittliche Resorptionswert aller untersuchten Front- und Eckzähne des Oberkiefers betrug 1,04 Millimeter bei einer mittleren Behandlungszeit von etwa zwei Jahren (23,6 Monate). Die Zahl der Patienten mit dentalem Tiefbiss nahm während der Behandlung ab. Außerdem wurde für alle Patienten mit dental offenem Biss eine Korrektur erreicht. Die Mittelwerte des Overjets und Overbites konnten in den Normbereich (2-3 mm) überführt werden. Eine längere Behandlungsdauer ging mit einer erhöhten Resorption einher. Ähnlich begünstigte der Einsatz von Gummizügen das Fortschreiten von Resorptionen. Bei Betrachtung der Okklusionsverhältnisse zeigte sich, dass Wurzelspitzen von Klasse ll – (1,14 mm) und Klasse lll – Patienten (1,06 mm) signifikant ausgeprägter betroffen waren als jene von Neutralokklusionen (0,77 mm). Vorhandene Zahnwurzelanomalien führten hingegen zu keiner signifikant stärkeren Wurzelresorption.

Schlussfolgerung: Entzündlich bedingte Wurzelresorptionen sind als iatrogene Folgeerscheinung einer kieferorthopädischen Behandlung möglichst gering zu halten. Es gilt den Patienten vor Therapiebeginn auf alle Risiken aufmerksam zu machen. Korrigierende Zahnbewegungen an Patienten mit ungünstigerer Okklusion und ausgeprägten Fehlbissen sind unter größter Wachsamkeit durchzuführen. Patienten, die im Laufe der Behandlung erste klinisch signifikante Resorptionen entwickeln, sind engmaschig zu überwachen. Je nach individueller Situation müssen Behandlungsziele neu überdacht werden.

DOI
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