CT-gestützte Osteodensitometrie zur Untersuchung der tibialen kortikalen und spongiösen knöchernen Reaktion nach Implantation einer kondylären Knieprothese bei Patienten mit degenerativer Gonarthrose in vivo – eine prospektive Studie –

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2015-06-08
Issue Year
2015
Authors
Kleyer, Birte
Editor
Abstract

Hintergrund und Ziele Die Knochendichte im Bereich der proximalen Tibia wird als entscheidender Faktor für die Überlebensdauer von Knieprothesen angesehen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist die computertomographisch gesteuerte Analyse der knöchernen Reaktion im periprothetischen Bereich der Tibia innerhalb eines Jahres nach Implantation einer Knieendoprothese vom Typ „Brehm Präzisions Knie-System“ (PETER BREHM GmbH Weisendorf, Deutschland). Methoden Die Analyse erfolgt differenziert, unter getrennter Beobachtung der Knochendichte des kortikalen und spongiösen Knochens innerhalb verschiedener topographischer Bereiche der proximalen Tibia. Das Patientenkollektiv umfasst 50 Patienten, 18 Männer und 32 Frauen. Die Datensätze wurden jeweils zwei Wochen sowie ein Jahr postoperativ mittels CT-Untersuchung erhoben. Der periprothetische Knochen wurde in fünf definierte volumetrische Regions of Interest (ROI) unterteilt. Ergebnisse Je nach ROI nimmt die Knochendichte des Gesamtknochens zwischen 8,0% und 29,5% ab. Es zeigt sich eine signifikante Abnahme der Knochenmineralisation in allen untersuchten Bereichen im ersten postoperativen Jahr. Durch die nach Prothesenimplantation neu entstandenen Kräfte- und Ladungsverhältnisse ist dieser Verlust besonders im spongiösen Knochenbereich stark ausgeprägt. Im kortikalen Bereich können deutliche Unterschiede der Knochendichte zwischen medialen und lateralen ROIs beobachtet werden. Hier ist eine Tendenz zu verstärkter Demineralisierung der medialen Knochenbereiche erkennbar. Die geringste Veränderung verzeichnet die ROI V, die den Knochenbereich distal des Prothesenschaftes umfasst. Mit 7,2% im kortikalen und 10,0% im spongiösen Anteil ist die Abnahme der Knochenmineralisation geringer als in den proximal gelegenen ROIs. Demgegenüber zeichnet die Evaluation der klinischen Ergebnisse ein positives Bild. Mit Hilfe des „Knee Society Score“ wird eine signifikante Verbesserung der klinischen Funktion innerhalb eines Jahres nach Operation gezeigt und dieses Ergebnis durch Erhebung des „Oxford Knee Score“ untermauert. Schlussfolgerungen Die präsentierte CT-gestützte Osteodensitometrie ermöglicht eine differenzierte Knochendichtebestimmung im periprothetischen spongiösen und kortikalen tibialen Knochen in vivo, nach tibial zementierter Knieprothesenimplantation. Um zu beurteilen, zu welchem Ausmaß der gemessene spongiöse und kortikale Knochendichteverlust einen Einfluss auf die Standzeit eines Implantates hat, werden weitere Langzeitstudien mit unterschiedlichen Implantaten erforderlich sein.

DOI
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