Evaluation des peri- und postoperativen Verlaufs bei der minimalisierten Erlanger Trichterbrustkorrektur nach Hümmer

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2013-04-15
Issue Year
2012
Authors
Zepnik, Felicitas
Editor
Abstract

Background and objective: Funnel chest is the most frequently chest deformity in infancy and adolescence. In the last 50 years many different surgery-techniques concerning funnel chest have been developed and improved. The aim of this paper is the evaluation of the Erlanger funnel-chest surgery by Huemmer as advancement of the conventional method. Furthermore this type of surgery will be compared to the competitive minimal-invasive technique by Nuss. Methods: From 01.01.2004 to 29.07.2009 301 patients being troubled by funnel chest have been operated at the Department of Pediatric Surgery in Erlangen. A retrospective study was made on the peri- and postoperative progress of the Erlanger funnel-chest surgery. Any inpatient and ambulant documents of the 301 operated patients were analyzed in regard to preoperative diagnostic investigation, hospital stay and funnel chest surgery. In order to analyze the patients satisfaction with postoperative results, a standardized survey was sent to all 301 patients. The collected data were registered and evaluated in SPSS. Results: The patients were averaged 21.5 years old, with an male:female ratio of 5,5:1. 47.5% had an asymmetric funnel chest, 35.5% a symmetric one with a mean funnel-chest-index of 104.9. 22.3% of the patients had a pathologic EKG, 27.2% a pathologic lung-function. Female patients obtained a sub-mammary incision, male patients in contrast a longitudinal cut. The averaged cutting length was 8.9 cm and the operation-time 89.5 minutes. A transsternal bar was implanted at 97.7% of the patients, 75.5% required one bar, 23.6% two bars and 0.7% three bars. 71.1% received a steel-bar, 28.9% a titanium-bar, which was explanted on average of 12 month. 19.5% developed a pneumothorax, 17% a pleural effusion as a postoperative complication. 15.3% suffered from wound healing disorder, 4.3% of the patients had postoperative paresthesia. At 1.3% of the patients bar-dislocation appeared, 1% had secondary bleeding. 0.7% showed wound dehiscence and a pleura-empyema, one patient (0.3%) developed a pericardial-effusion. Most of the patients have been discharged at the 9th postoperative day. 75.8% of our patients again would decide in favor of the Erlanger-operation-technique even 74.7% assessed the result as excellent to satisfactory. Conclusions: The minimized Erlanger funnel-chest surgery-technique by Huemmer is a good alternative to the conventional as well as to the so called minimal-invasive (thoracoscopic assisted) operation-methods. The direct access to the deformity allows dosed mobilization especially for asymmetric forms of funnel chest. Intraoperative tension gauge reduced the operation-trauma by resigning on lateral chondrotomies.

Abstract

Hintergrund und Ziele: Die Trichterbrust ist die häufigste Brustkorbdeformität im Kindes- und Jugendalter. In den letzten 50 Jahren haben sich viele unterschiedliche Trichterbrustoperationstechniken entwickelt und weiter verbessert. Ziel dieser Arbeit ist es, die Erlanger Trichterbrustkorrekturmethode nach Hümmer als Weiterentwicklung der klassischen Methoden zu evaluieren und sie mit dem neuerdings konkurrierenden minimalinvasiven Verfahren nach Nuss zu vergleichen. Methoden: In den Jahren von 01.01.2004 bis 29.07.2009 wurden in der Kinderchirurgischen Abteilung des Universitätsklinikums Erlangen 301 Patienten aufgrund einer Trichterbrust primär operiert. Wir führten eine retrospektive Studie hinsichtlich des peri- und postoperativen Verlaufes bei Trichterbrustkorrektur nach der Erlanger Methode durch. Anhand von sämtlichen stationären als auch ambulanten Akten der 301 operierten Patienten wurden die präoperative Diagnostik und der stationäre Aufenthalt inklusive der Operation ausgewertet. Um die Patientenzufriedenheit bezüglich der postoperativen Ergebnisse zu analysieren, wurde allen 301 operierten Trichterbrustpatienten ein eigens dafür entworfener standardisierter Patientenfragebogen zugesandt. Alle erhobenen Daten wurden in SPSS eingetragen und ausgewertet. Ergebnisse und Beobachtungen: Die Patienten waren zum Operationszeitpunkt im Durchschnitt 21,5 Jahre alt, es zeigte sich ein Geschlechterverhältnis männlich zu weiblich von 5,5:1. 47,5% unserer Patienten zeigten eine asymmetrische Trichterbrust, 35,5% eine symmetrische mit einem durchschnittlichen Trichterbrustindex von 104,9. 22,3% der Patienten zeigten bei der präoperativen Diagnostik ein pathologisches EKG, 27,2% eine pathologische Lungenfunktion. Die weiblichen Patienten erhielten einen submammären Schnitt, die männlichen Patienten einen Längsschnitt auf dem Sternum, bei einer durchschnittlichen Schnittlänge von 8,9 cm und einer Operationszeit von 89,5 Minuten. 97,7% der Patienten wurde operativ ein transsternaler Bügel zur Stabilisation eingesetzt, wobei 75,5% der Patienten einen Bügel, 23,6% 2 Bügel und 0,7% der Patienten 3 Bügel benötigten. 71,1% der Patienten erhielten einen Stahlbügel, 28,9% einen Titanbügel, der im Durchschnitt nach 12 Monaten wieder operativ entfernt wurde. Als postoperative Komplikation trat bei 19,5% der Patienten ein Pneumothorax, sowie bei 17% ein Pleuraerguss auf. Bei 15,3% der Patienten zeigten sich Wundheilungsstörungen, 4,3% der Patienten klagten postoperativ über Parästhesien. Bei 1,3% traten Bügeldislokationen auf und 1% entwickelten Nachblutungen. 0,7% der Patienten zeigten Wunddehiszenzen sowie ein Pleuraempyem, eine Patientin (0,3%) entwickelte einen Perikarderguss. Am 9. postoperativen Tag konnten die meisten Patienten entlassen werden. 75,8% unserer Patienten würden sich erneut für diese Operationsmethode entscheiden und 74,7% beurteilten das Operationsergebnis als sehr gut bis befriedigend. Praktische Schlussfolgerungen: Die Minimalisierte Erlanger Korrekturmethode (MEK nach Hümmer) stellt eine gute Alternative zu den konventionellen sowie zu den sogenannten minimalinvasiven (thorakoskopisch assistierten) Korrekturmethoden dar, weil durch den direkten Zugang zur Deformität vor allem bei asymmetrischen Trichterbrustformen dosierte seitendifferente Mobilisierungen möglich sind. Desweiteren wurde es durch intraoperative Spannungsmessungen möglich, auf laterale Chondrotomien am Trichterrand zu verzichten und so das Operationstrauma erheblich zu reduzieren.

DOI
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