Fatigue bei Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen – Der Einfluss der Inflammation auf den Fatigue-Score (SPICE Kohorte)

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2021-06-07
Issue Year
2021
Authors
Kamenica, Erdisa
Editor
Abstract

Einführung Es konnte in einigen Studien gezeigt werden, dass Fatigue auch bei CED erkrankten Menschen vorherrscht. Diese Arbeit beschäftigt sich damit, wie sich eine Inflammation auf die Fatigue auswirkt. Methoden An der Studie nahmen 108 CED-Patienten mit oder ohne enteropathischer Arthropathie teil. Diese wurden aus der SPICE Kohorte Erlangen rekrutiert und teilten sich in 56 neue (51,9%) und 52 Follow-up Patienten (48,1%) auf. Eine weitere Unterteilung erfolgte zwischen den Diagnosten Morbus Crohn (73 Patienten) und Colitis ulcerosa (35 Patienten). Die Fatigue-Scores (FACIT Version 4) wurden quantifiziert und mit der Inflammation in der angefertigten Bildgebung verglichen. Die Bildgebung erfolgte anhand von MRT Bildern (1,5 T MRT Magneton Avanto System, Siemens, Erlangen) der dominanten Hand des Patienten. Einfluss in die statistische Auswertung nahmen auch verschiedene Scores (HBI, pMS, BASDAI, ASDAS, BASFI, BASMI, MASES, BAS-G, FACIT, HAQ-DI, SF-36). Laborchemisch wurden neben der rheumatologischen Serologie auch Parameter der Knochenstoffwechsel bestimmt. Vor allem aber Entzündungswerte (CRP, BSG) sowie der Wert ASDAS-CRP waren für die statistische Berechnung wichtig. Ergebnisse Es konnte keinen Zusammenhang zwischen dem Fatigue-Score und den Entzündungszeichen in der Bildgebung festgestellt werden (schwach nicht signifikante Korrelation bei Enthesitis F(1,63) = 2.244, p = .139). Lediglich ein signifikanter Zusammenhang zwischen steigender Entzündung anhand des ASDAS-CRPs und dem Fatigue-Score (ASDAS-CRP: r = -0.476, p < 0.01, n = 80 und ASDAS-BSG: r = -0.441, p < 0.01, n = 80) konnte nachgewiesen werden. Weiterhin wurde die Korrelation zwischen Inflammation in der Bildgebung und dem DAS 28 Score betrachtet. Hier zeigte sich ein schwacher signifikanter Zusammenhang bei Synovitis bzw. Tenosynovitis mit dem DAS 28 Score (Synovitis: F(1) = 4.100, p = 0.046 und Tenosynovitis: T(18.709) = 2.874, p = .010). Weiterhin wurden die Unterschiede von Colitis ulcerosa und Morbus Crohn in der Bildgebung und Klinik anhand der Inflammation untersucht. Es stellte sich ein signifikanter Unterschied im CRP-Wert zwischen den beiden Erkrankungen heraus (t(103.946) = 2.261, p = .026). Der CRP-Wert für Morbus Crohn Patienten ist signifikant höher als für Patienten mit Colitis ulcerosa. Zuletzt wurde ein Vergleich zwischen Neupatienten und Follow-up Patienten anhand von Labor, Klinik und Bildgebung gezogen. In diesem Fall wurde eine Verbesserung der Werte und Ergebnisse bei Follow-up-Patienten vermutet. Es konnten statistisch jedoch keine Zusammenhänge festgestellt werden.

Fazit Abschließend lässt sich zusammenfasen, dass in dieser Arbeit kein statistischer Zusammenhang zwischen der Entzündung (Laborchemische Parameter CRP und BSG, Entzündungszeichen im MRT) aufgrund einer CED und dem Fatigue Score besteht. Lediglich liegt eine nicht signifikante Tendenz bezüglich Auftretens einer Entzündung und einem niedrigen Fatigue Score vor. Für zukünftige Forschungsarbeiten wäre daher eine größere Fallzahl, den Einfluss von Therapieeinleitung und -umstellung auf die Fatigue oder aber auch eine bessere Anbindung von Follow-up Patienten wünschenswert.

DOI
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