Perceived Discrimination Among Syrian Refugees in Germany and its Associations with Mental Health

Language
en
Document Type
Doctoral Thesis
Granting Institution
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Medizinische Fakultät
Issue Date
2023
Authors
Viazminsky, Andre
Editor
Abstract

Studie: Wahrgenommene Diskriminierung unter syrischen Geflüchteten in Deutschland und ihre Zusammenhänge mit der psychischen Gesundheit. Hintergrund und Ziele: Diskriminierung ist ein entscheidender postmigratorischer Stressor. Allerdings wurde wahrgenommene Diskriminierung unter syrischen Geflüchteten bisher wenig erforscht. Diese Studie zielte darauf ab, die wahrgenommene Diskriminierung von syrischen Geflüchteten mit einer Aufenthaltserlaubnis in Deutschland zu analysieren, ihre Formen, Orte und Prädiktoren zu bestimmen und ihren möglichen Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit zu untersuchen. Methodik: Es wurden soziodemografische Daten, migrationsspezifische Merkmale, traumatische Lebensereignisse, Lebensqualität, wahrgenommene Diskriminierung, depressive-, Angst- und posttraumatische Symptome und somatische Beschwerden bei 116 Teilnehmerinnen untersucht. Ergebnisse: Mehr als ein Drittel der Teilnehmerinnen nahm Diskriminierung in geringer Häufigkeit wahr, im Allgemeinen beschränkte sich die wahrgenommene Diskriminierung auf eine Behandlung mit weniger Höflichkeit oder Respekt. Ungerechte Behandlung wurde vor allem bei der Wohnungssuche und in der Nachbarschaft wahrgenommen. Die Geflüchteten führten ihre Erfahrungen an erster Stelle auf ihre mangelnden Sprachkenntnisse, vor nationalen, religiösen oder rassistischen Gründen zurück. Ein niedrigeres Alter, eine höhere Anzahl abgeschlossener Bildungsjahre und Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung standen in signifikantem Zusammenhang mit wahrgenommener Diskriminierung. Angstsymptome, die Anzahl traumatischer Erfahrungen und das Geschlecht können ebenfalls als relevante Prädiktoren für wahrgenommene Diskriminierung angesehen werden. Schlussfolgerungen: Die Angehörigen der Gesundheitsberufe müssen sich der Zusammenhänge zwischen Diskriminierung und Symptomen psychischer Störungen bewusst sein. Politische Entscheidungsträger sollten Diskriminierung als ein zentrales Flüchtlingsproblem und Risiko für die psychische Gesundheit behandeln.

Citation
https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/17441692.2022.2026449
DOI
URN
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