Membrangebundene Omega-3 Fettsäuren in der Genese ventrikulärer Arrhythmien bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2010-10-25
Issue Year
2010
Authors
Rüth, Tobias
Editor
Abstract
  1. Background Aim of our study was to test the level of omega-3 fatty-acids for being appropriate as predictor of sudden cardiac death. Although epidemiological studies show protective effects of omega-3 fatty-acids on cardiovascular disease and in particular sudden cardiac death there is no effect or even proarrhythmic response to fish-oil supplementation in patients with structural heart disease and an implantable cardioverter defibrillator (ICD). Animal studies suggest different electrophysiologic effects of circulating and incorporated omega-3 fatty acids. Incorporated dietary omega-3 fatty-acids shorten the action potential duration and may promote reentrant arrhythmias. 2. Methods and results 102 consecutive patients with an ischemic or nonischemic cardiomyopathy and New York Heart Association (NYHA) functional class II or III whom an ICD has been implanted were eligible. The fatty acid composition of red blood cells was analyzed by gas chromatography. The omega-3 index was calculated from eicosapentaenoic acid and docosahexaenoic acid. Patients were followed for one year, and ventricular arrhythmias requiring antitachycardic therapy were analyzed. Twenty-five healthy subjects served as control. In ICD patients, the fatty acid profile was significantly altered and the baseline omega-3 index was significantly elevated, as compared to control subjects (5,12 ± 0,87% versus 4,24 ± 0,96%, p<0,001). The calculated omega-3 indices were split up into quartiles. 17% of the patients in the lowest quartile of the omega-3 index had ventricular arrhythmias as compared to 54% of the patients in the highest quartile (p=0,008). The absolute number of ventricular arrhythmias also raised significantly from 14 up to 138 between the lowest and the highest quartile of the omega-3 index (p=0,005). In a multivariate analysis, the omega-3 index was the only independent predictor for ventricular arrhythmias up to 9 months. At 12 months, a reduced ejection fraction was an additional risk predictor. 3. Conclusions In heart failure patients, the red blood cell fatty acid profile is altered. Omega-3 fatty acids are elevated and predict the risk of ventricular arrhythmias.
Abstract
  1. Hintergrund und Ziele Ziel unserer Studie war den Omega-3 Fettsäure-Spiegel auf seine Eignung als neuen Prädiktor für den plötzlichen Herztod zu untersuchen. Obwohl epidemiologische Studien schützende Effekte von Omega-3-Fettsäuren für kardiovaskuläre Erkrankungen und insbesondere für den plötzlichen Herztod zeigen, gibt es bei einer vermehrten Aufnahme von Omega-3-Fettsäuren mit der Nahrung bei Patienten mit einer strukturellen Herzerkrankung und einem implantierbarem Kardioverter-Defibrillator (ICD) keinen Effekt oder es traten darunter vermehrt ventrikuläre Herzrhythmusstörungen und damit sogar eine proarrhythmische Wirkung auf. Auch Tierversuche deuten auf unterschiedliche elektrophysiologische Wirkungen von frei im Blut zirkulierenden und an die Zellmembran von Herzmuskelzellen gebundenen Omega-3-Fettsäuren hin. Membrangebundene Omega-3-Fettsäuren verkürzen das Aktionspotential des Herzmuskels und begünstigen somit das Auftreten von Herzrhythmusstörungen mit Reentry-Mechanismus. 2. Material, Methoden und Ergebnisse Insgesamt wurden 102 Patienten mit ischämischer oder idiopathischer Kardiomyopathtie und einem implantierten Kardioverter-Defibrillator (ICD) in eine klinisch-prospektive Kohortenstudie eingeschlossen. Klinisch befanden sich die Studienteilnehmer nach der Herzinsuffizienz-Klassifikation der „New York Heart Association“ (NYHA) im Stadium II bis III. Der Fettsäuregehalt der Erythrozyten wurde mittels Gaschromatographie analysiert. Aus dem Gehalt an Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) wurde der Omega-3-Fettsäureindex gebildet. Die Patienten wurden über einen Zeitraum von einem Jahr beobachtet und im Speicher des ICD das Auftreten von therapiepflichtigen (entweder durch antitachykarde Stimulation oder durch Schockabgabe) ventrikulären Arrhythmien ausgewertet. Als Kontrollgruppe dienten 25 gesunde Probanden. Der Omega-3-Fettsäureindex war in der Patientengruppe signifikant erhöht (5,12 ± 0,87% versus 4,24 ± 0,96%, p<0,001). Die errechneten Omega-3 Fettsäure-Indizes wurden in Quartile unterteilt. Bei Patienten mit einem Omega-3-Fettsäureindex im ersten Quartil traten lediglich bei 17% der Patienten ventrikuläre Arrhythmien auf. Im Vergleich dazu traten bei 55% der Patienten im vierten Quartil ventrikuläre Rhythmusstörungen auf (p=0,008). Ebenfalls signifikant erhöhte sich im Vergleich vom ersten zum letzten Quartil auch die absolute Anzahl der Herzrhythmusstörungen von 14 auf 138 (p=0,005). In einem Zeitraum bis zu neun Monaten nach Einschluss in die Studie war in einer multivarianten Regressionsanalyse der Omega-3-Fettsäureindex der einzige unabhängige Prädiktor für das Auftreten von ventrikulären Herzrhythmusstörungen (Odds ratio 6,0; 95%-Konfidenzintervall 1,5-23,4; p=0,008). Nach zwölf Monaten kam eine erniedrigte linksventrikuläre Pumpfunktion als zweiter Risikofaktor hinzu. 3. Schlussfolgerung Bei Patienten mit einer strukturellen Herzerkrankung und Herzinsuffizienz ist der Omega-3 Fettsäure-Spiegel in der Zellmembran der Erythrozyten erhöht und ein unabhängiger Prädiktor für das Auftreten ventrikulärer Herzrhythmusstörungen.
DOI
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