Doppler der Uterinarterien in Kombination mit maternal anamnestischen und biochemischen Faktoren als Screening-Test für Präeklampsie und intrauterine Wachstumsrestriktion am Ende des ersten Trimesters

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2011-02-10
Issue Year
2010
Authors
Scheffler, Miriam
Editor
Abstract

Background and aims: Hypertensive complications of pregnancy like preeclampsia are accountable for a high percentage of the perinatal morbidity and mortality of both mother and child. Clinical manifestations commonly do not appear before the last trimester of pregnancy. Many studies have shown that changes of the maternal endothelium, which are crucial for the pathogenesis, already occur in early pregnancy. Furthermore we know that certain factors of maternal medical history enlarge the risk for hypertensive complications. An early detection improves the prognosis for mother and child. The aim of our study was to find a screening method that is able to identify patients with a high risk for hypertensive complications at an early stage of pregnancy. Methods: In a prospective study we collected data concerning the medical history of 120 pregnant women in their 12th to 14th week of pregnancy by a paper based questionnaire. We had a special interest in the occurrence of hypertensive complications in a former pregnancy. At the same examination we measured the serum levels of cystatine C and the hematocrit from the serum and performed a Doppler ultrasound of the uterine arteries to obtain the blood flow resistance indices. After the completion of the pregnancy we obtained the information who of the women had developed hypertensive complications; according to this information we assigned the women to the case or the control group. Later we examined through uni- and multivariate analysis the correlation between the recorded data in the early pregnancy and the occurrence of hypertensive complications. Results: Comparing both groups (development of a hypertensive disorder vs. no hypertensive disorder), we found a higher body weight (p=0,018) and BMI (p=0,019) in the case group (women with hypertensive complications). In the group of patients with hypertensive disorders there was as well a higher percentage of women who had suffered from HELLP syndrome (p=0,010) or preeclampsia (p=0,002) in a former pregnancy and of women who presented bilateral notching in the Doppler ultrasound (p=0,011). The multivariate analysis furthermore showed a lower BMI in the control group of healthy women (p=0,049). There was no significant difference between the groups regarding cystatine C and hematocrit and in the combination of all methods. Conclusions: We could show that some patients at risk of developing a hypertensive complication can be identified in early pregnancy. It is of great importance to ask for the prevalence of these complications in a former pregnancy. Pregnant women with high body weight or bilateral notching in the Doppler investigation of the uterine arteries should be monitored closely. To allow precise statements relating to the sensitivity and specifity of these methods, controlled studies with larger populations will be necessary.

Abstract

Hintergrund und Ziele: Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft (HES) wie zum Beispiel Präeklampsie machen einen hohen Anteil an der perinatalen Morbidität und Mortalität bei Mutter und Kind aus. Sie manifestieren sich klinisch meist erst ab dem letzten Schwangerschaftsdrittel. Aus vielen Studien weiß man inzwischen, dass die Veränderungen des mütterlichen Endothels, die für die Pathogenese dieser Entität entscheidend sind, bereits in der Frühschwangerschaft auftreten. Zudem ist bekannt, dass bestimmte anamnestische und konstitutionelle Voraussetzungen der Mutter die Wahrscheinlichkeit einer HES erhöhen. Ein frühes Erkennen einer HES verbessert die mütterliche und kindliche Prognose. Ziel unserer Studie war es, eine Screening-Methode zu finden, die bereits in der Frühschwangerschaft Patientinnen mit einem erhöhten Risiko für eine HES identifizieren kann. Methoden: Im Rahmen einer prospektiven Beobachtungsstudie wurde bei 120 Schwangeren in der 12.-14. Schwangerschaftswoche per Fragebogen eine Reihe von anamnestischen und konstitutionellen Daten erhoben, insbesondere wurden sie nach dem Auftreten von HES in einer früheren Schwangerschaft befragt. Außerdem erfolgte am selben Tag eine Blutentnahme zur Bestimmung der Werte von Hämatokrit und Cystatin C und eine dopplersonographische Untersuchung der Arteriae uterinae mit Ausmessung von Flusswiderstandskennzahlen. Nach dem Ende der Schwangerschaft wurde, wiederum per Fragebogen, erfasst, bei welchen Probandinnen in dieser Schwangerschaft HES aufgetreten waren. Uni- und multivariat wurde dann untersucht, inwieweit die in der Frühschwangerschaft erhobenen Daten mit später eintretenden Komplikationen korrelierten. Ergebnisse und Beobachtungen: Beim Vergleich beider Gruppen (Auftreten von HES vs. kein Auftreten von HES) zeigten sich in der Gruppe der Erkrankten höhere Werte für Gewicht (p=0,018) und BMI (p=0,019). Auch zeigten sich in der Gruppe der Erkrankten signifikant häufiger Frauen, die in einer letzten Schwangerschaft ein HELLP-Syndrom (p=0,010) oder eine Präeklampsie (p=0,002) erlitten hatten sowie Frauen, die bei der Doppler-Ultraschalluntersuchung Flussstörungen der Arteriae uterinae mit einem so genannten beidseitigen Notch (p=0,011) aufwiesen. Die multivariate Analyse zeigte weiterhin einen Trend für niedrigere BMI-Werte in der Kontrollgruppe (p=0,049). Hinsichtlich der Werte für Hämatokrit und Cystatin C und in der Kombination der verschiedenen Methoden unterschieden sich beide Gruppen nicht. Praktische Schlussfolgerungen: Wir konnten zeigen, dass sich bereits in der Frühschwangerschaft Risikopatientinnen identifizieren lassen. Ein besonderer Stellenwert kommt der anamnestischen Erfassung früherer HES zu. Weiterhin sollten Schwangere mit einem hohen Körpergewicht sowie mit einem beidseitigen Notch in der Doppler-Untersuchung der Uterinarterien engmaschig kontrolliert werden. Um genaue Aussagen zur Sensitivität und Spezifität dieser Methoden machen zu können, sind jedoch kontrollierte Studien mit größeren Fallzahlen nötig.

DOI
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