Metrische und volumetrische Vermessung der Mandibula bei Patienten mit einseitigen Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten – eine CT basierte Studie

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2013-06-21
Issue Year
2013
Authors
Teufel, Lisa
Editor
Abstract

1.1 Purpose Clefts of the lip, alveolus und palate are among the most common facial defects. As their clinical presentation shows huge differences, it is crucial to analyze all affected facial structures in order to achieve further advancement in diagnosis and therapy. The objective of this study is to find out whether a maxillary cleft has an influence on the development of the mandibula in order to investigate a possible development deficiency of different mandibular structures. In particular, it is important to find out whether there is an asymmetry of the mandible on the cleft-side by comparing its characteristics with the non-cleft-side. 1.2 Methods A total of 31 patients (mean age 12.69, 17 with cleft on the left side, 14 on the rightside) with non-syndromic complete unilateral cleft lip and palate were derived from Zahnklinik 3 – orthodontic department of the University of Erlangen-Nürnberg. CT examinations have been performed between 1998 and 2008 at the Institute for Radiological Diagnosis of the University of Erlangen-Nürnberg. The examinations were carried out under standardized conditions with CT scanners of different generations (SOMATOM Sensation 64®, SOMATOM Sensation 16®, and SOMATOM Volume Zoom® (Siemens AG Medical Solutions, Forchheim, Germany)) [44]. Katsumata´s and Maeda’s coordinate system finally served as reference system [55]. Two volumes, eight distances and two angles were evaluated, each for the cleft-side and the non-cleft-side (please refer also to charts no. 5 and 6). Statistical analysis was conducted with the SAS 9.2 software. 1.3 Results At first, the mandibula on the cleft-side is not influenced systematically by the unilateral malformation of the maxilla. Statistically significant difference can only be observed for one parameter (p=0.0045) as well, with weakly significant difference, for another parameter (p=0.07). In most cases there is no normal distribution, probably due to extreme outliers. As repeatability and reproducibility differ considerably (please see table no. 25, appendix), one can conclude that the reference system is not perfectly suitable for this very question. 1.4 Conclusion There is no evidence in the present analysis that the unilateral malformation of the maxilla has any significant influence on the development of the mandibula. This result can be traced back to the reference system on the one hand, and to the small and heterogeneous patient sample on the other. Future studies should therefore aim at the development of a reproducible reference system which might deliver more significant results to the present problem.

Abstract

1.1 Hintergrund und Ziele Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten zählen zu den am häufigsten vorkommenden Fehlbildungen im Gesichtsbereich. Da ihre Ausprägung sehr große Unterschiede aufweist, ist es wünschenswert, alle mitbeteiligten fazialen Strukturen genauestens zu analysieren, um weitere Fortschritte in Diagnose und Therapie verzeichnen zu können. Diese Studie soll besonders der Frage nachgehen, ob eine Spaltbildung der Maxilla auch Auswirkungen auf die Entwicklung der Mandibula hat, um ein eventuell vorhandenes Entwicklungsdefizit der verschiedenen mandibulären Strukturen zu klären. Besonders viel Wert soll auf den Vergleich zwischen betroffener und nicht-betroffener Seite gelegt werden, um herauszufinden, ob eventuell eine Asymmetrie der Mandibula auf der Spaltseite vorliegt. 1.2 Methodik Das Untersuchungskollektiv besteht aus 31 Patienten mit einem Durchschnittsalter von 12,69 Jahren mit einseitigen Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, 17 links- und 14 rechtsseitig, die in der Zahnklinik 3 – Kieferorthopädie des Universitätsklinikum der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg behandelt wurden. Die CT-Untersuchungen erfolgten im Zeitraum von 1998 bis 2008 mit CT-Geräten verschiedener Scanner-Generationen (SOMATOM Sensation 64®, SOMATOM Sensation 16®, und SOMATOM Volume Zoom® (Siemens AG Medical Solutions, Forchheim, Germany)) in der radiologischen Abteilung des Universitätsklinikum Erlangen unter standardisierten Bedingungen [44]. Die Auswertung erfolgt mit dem Programm VoXim® 6.1 (IVS-Solutions AG, Chemnitz, Germany). Als Referenzsystem dient das Koordinatensystem nach Katsumata [55]. Es wurden zwei Volumina, acht Strecken und zwei Winkel jeweils einmal auf der Spaltseite, sowie einmal auf der Nicht-Spaltseite (siehe auch Tabellen 5 und 6) vermessen. Die statistische Analyse erfolgte mit Hilfe der Software SAS 9.2. 1.3 Ergebnisse Zunächst kann konstatiert werden, dass die Mandibulamaße durch die einseitige Fehlbildung nicht systematisch beeinflusst werden. Für einen Parameter konnte ein signifikanter Unterschied (p=0,0045), sowie für einen anderen ein schwach signifikanter Unterschied (p=0,07) gefunden werden. Normalverteilung liegt zumeist nicht vor, wobei häufig extreme Einzelwerte, die möglicherweise Ausreißer sind, als Ursache gesehen werden können. Da sich Wiederholbarkeit und Reproduzierbarkeit beträchtlich unterscheiden (siehe Tabelle 25, Anhang), ist davon auszugehen, dass das Messsystem für diese Fragestellung nicht ideal gewählt ist. 1.4 Klinische Schlussfolgerung Ein Einfluss der spaltbedingten Fehlbildung der Maxilla auf die Mandibula konnte in der vorliegenden Untersuchung nicht nachgewiesen werden. Dies ist einerseits auf das Referenzsystem, welches für eine derartige Vermessung der Mandibula nicht geeignet zu sein scheint, sowie andererseits auf ein zu geringes und inhomogenes Patientenkollektiv zurückzuführen. Somit könnte das Ziel zukünftiger Studien die Entwicklung eines reproduzierbaren Referenzsystems sein, welches für die vorliegende Fragestellung signifikante Ergebnisse liefert.

DOI
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