Veränderung des Perfusionsmusters chirurgischer Wunden unter Verwendung von Unterdruck-Wundverbänden bei postbariatrischen Patienten

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2021-05-03
Issue Year
2021
Authors
Renno, Isabell
Editor
Abstract

HINTERGRUND UND ZIELE Die Methode der Unterdruck-Wundtherapie über verschlossenen, chirurgischen Wunden (closed incision negative pressure wound therapy, ciNPWT) ist ein mittlerweile weit verbreitetes und etabliertes Verfahren der Wundversorgung mit nachweisbarem Einfluss auf die Wundheilung. Das Ziel dieser Studie war die Untersuchung des Effekts von ciNPWT auf die Perfusion und das Perfusionsmuster des Gewebes bei postbariatrischen Operationswunden. METHODEN 17 Patienten, die im Zeitraum von November 2016 bis November 2017 eine inverse T-Schnitt-Abdominoplastik in der Plastisch- und Handchirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangens erhielten, wurden in die Studie eingeschlossen und zufällig der Studien- oder Kontrollgruppe zugeordnet. Patienten der Studiengruppe erhielten direkt nach Operationsende über die Operationswunde einen Unterdruck-Wundverband mit einem kontinuierlichen Sog von -125mmHg für fünf Tage, während die Patienten der Kontrollgruppe mit einem konventionellen Verband versorgt wurden. Es wurden zwei intra- und zwei postoperative Messungen durchgeführt, jeweils mit einer kombinier-ten Laser Doppler Spektrophotometrie zur Bestimmung der Sauerstoffsättigung (sO2) sowie des relativen Hämoglobingehalts (rHb) des Gewebes, und einem Indocyaningrün (ICG) Fluoreszenzangiographie-System zur Darstellung des Perfusionsmusters. ERGEBNISSE UND BEOBACHTUNGEN Im statistischen Vergleich der Messwerte der kombinierten Laser Doppler Spektrophotometrie und der Indocyaningrün Fluoreszenzangiographie erga-ben sich Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. In den Messungen drei Tage postoperativ zeigte sich eine signifikant höhere Sauerstoffsättigung in der Studiengruppe verglichen mit der Kontrollgruppe, sowie verglichen mit dem Wert am Ende der Operation. Bezüglich des relativen Hämoglobingehalts konnte keine statistisch signifikante Veränderung bzw. kein Unterschied innerhalb einer oder zwischen den Gruppen beobachtet werden. Allerdings ließ sich ein Zusammenhang zwischen den Veränderungen von Sauerstoffsättigung (sO2) und relativem Hämoglobingehalt (rHb) beobachten. In der Indocyaningrün Fluoreszenzangiographie stellte sich in der Studiengruppe im Gegensatz zur Kontrollgruppe eine frühere und stärkere Anreicherung des Fluoreszenzfarbstoffes im Operationsgebiet als Korrelat für eine bessere Perfusion dar. SCHLUSSFOLGERUNGEN Schlussfolgernd lässt sich sagen, dass die Unterdruck-Wundtherapie auf verschlossenen, chirurgischen Wunden in dieser Studie einen positiven Effekt auf die Sauerstoffsättigung sowie die Gewebeperfusion zeigte. Diese beiden Parameter sind nachweislich mit dem Wundheilungsprozess assoziiert, weshalb die Anwendung von ciNPWT bei postbariatrischen Patienten möglicherweise das Risiko von postoperativen Wundheilungskomplikationen, insbesondere in dieser Hochrisikogruppe, senken könnte.

DOI
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