Verbesserungsmöglichkeiten des adhäsiven Trepanationsverschlusses und Prüfung herkömmlicher Verschlussarten

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2011-07-28
Issue Year
2011
Authors
Pfister, Frederik
Editor
Abstract

Background and objective A tight coronal seal after endodontic treatment plays an important role for the long-term prognosis of a root-filled tooth. Adhesive sealing with Syntac classic and Tetric flow after etching with 37 % H3PO4 has shown good results in reducing leakage, but leaving still some space for improvement. The aim of this study was to find ways to improve the adhesive seal over root canal fillings and to compare with conventional materials. Methodology Root canals of a total of 80 human molars were instrumented to taper .02 size 60, obturated with AH plus and gutta percha, and divided into 8 groups (each n=10). After removing residual sealer with an alcohol moistured foam pellet the particular obturation was performed in each group with an aggregate lamination strength of 2 mm. In groups 1 and 4-7 an etch-and-rinse procedure with 37 % H3PO4 was done followed by application of Syntac classic. In group 1 (reference group) two layers of Tetric flow were applied, in group 4 two layers of Grandio flow, in group 5, prior to applying two layers of Tetric flow, the canal orifices were sealed separately with small amounts of Tetric flow, in group 6 two layers of a combination of Tetric flow and Tetric ceram were applied in hybrid technique. In group 7 teeth were treated like in group 1, but additionally cleaning of the access cavity with ClinPro Prophy Powder was carried out prior to etch-and-rinse. Group 8 received an obturation with Coroseal. Groups 2 and 3 were sealed with the conventional cements Harvard Cement and Ionofil Molar, each in bulk technique. Then microleakage was assessed by linear dye penetration (centrifugation 3 min at 30G) within methylene blue 5 %. Statistical tests were performed using SPSSR Win 14.0 (Kolmogorov-Smirnov-test, ANOVA with SNK post-hoc test; alpha=0.05). Results The results demonstrated that adhesive materials generally permitted significantly less leakage than conventional materials. Only group 4 did not differ significantly from groups 2 and 3 (ANOVA/SNK; p>0.05) and furthermore showed significantly more leakage than most of the other adhesive obturation types (ANOVA/SNK; p<0.05). Despite changing different parameters, none of the groups was able to improve the sealing ability of the reference group significantly. Coroseal showed the best results. On closer examination of the conventional cements, Ionofil Molar sealed significantly better than Harvard Cement (ANOVA/SNK; p<0.05). Conclusions The results indicate that the cavity floor should be sealed with adhesive materials immediately after endodontic treatment for prevention of a reinfection. Tetric flow, especially groups 1 and 7, as well as Coroseal are effective barrier materials. The use of conventional cements cannot be recommended.

Abstract

Hintergrund und Ziele Der koronale Verschluss nach Wurzelkanalbehandlung ist mindestens so hoch wie die Wertigkeit der Wurzelkanalfüllung selbst für den Langzeiterfolg einzuschätzen. Der adhäsive Trepanationsverschluss mit Syntac classic und Tetric flow nach Phosphorsäureätzung hat sich als eine gute Variante erwiesen, Undichtigkeiten zu verringern. Zielstellung dieser Arbeit war es, Verbesserungsmöglichkeiten der adhäsiven Versiegelung von Wurzelkanaleingangsbereichen zu untersuchen. Die Ansatzpunkte waren die Anwendung anderer fließfähiger Komposite, eines anderen Adhäsivsystems, verschiedener Applikationstechniken sowie einer speziellen Methode der Sealerentfernung. Außerdem sollte die Effektivität herkömmlicher mit der von adhäsiven Verschlussmaterialien verglichen werden. Methode 80 extrahierte menschliche Molaren wurden trepaniert und die Wurzelkanäle aufbereitet. Die Zähne wurden randomisiert auf acht Gruppen aufgeteilt. Nach Wurzelkanalfüllung mit AH Plus und Guttapercha wurden verschiedene Verschlussarten mit einer Materialstärke von je 2 mm durchgeführt. Der Verschluss von Gruppe 1 (Vergleichsgruppe) bestand aus Phosphorsäureätzung, Syntac classic und Tetric flow. Die nächsten beiden Gruppen wurden mit den herkömmlichen Materialien Zinkphosphatzement und Glasionomerzement verschlossen. In den Gruppen 4-7 wurde jeweils eine Phosphorsäureätzung und Syntac classic angewendet. Die nachfolgende Versiegelung erfolgte mit Grandio flow (Gruppe 4), Tetric flow in spezieller Applikationstechnik (Gruppe 5) und Tetric flow und Tetric ceram in Hybridtechnik (Gruppe 6). Die Gruppe 7 wurde wie Gruppe 1 versorgt, vor Ätzung und Dentinbonding erfolgte aber eine Kavitätenreinigung mittels Pulverstrahlgerät und Clinpro Prophy Powder. In Gruppe 8 kam das für den adhäsiven Verschluss entwickelte Zweikomponenten-Adhäsivsystem Coroseal zur Anwendung. Nach siebentägiger Lagerung zum Aushärten des Sealers wurde zur Überprüfung der Dichtigkeit ein Farbstoffpenetrationstest durchgeführt. Zur Qualifizierung und Quantifizierung der Penetration wurden axiale Sägeschnitte zu je 1 mm Schichtabstand angefertigt. Die statistische Auswertung erfolgte mit SPSSR Win 14.0 (Kolmogorov-Smirnov-Test, ANOVA mit SNK Post-Hoc-Test; alpha=0,05). Ergebnisse und Beobachtungen Die Ergebnisse des Farbstoffpenetrationstests zeigten, dass der adhäsive Verschluss in der Regel signifikant weniger Leakages zulässt als herkömmliche Materialien. Lediglich Gruppe 4 wies keine signifikant besseren Werte als die Gruppen 2 und 3 auf (ANOVA/SNK; p>0,05). Diese dichtete zudem signifikant schlechter ab als die meisten weiteren Adhäsivverschlüsse (ANOVA/SNK; p<0,05). Trotz Veränderung der verschiedenen Parameter war keine der Versuchsgruppen in der Lage, die Versiegelungsfähigkeit der Vergleichsgruppe signifikant zu verbessern. Coroseal erzielte die beste Abdichtung. Bei den herkömmlichen Verschlussmaterialien versiegelte der verwendete Glasionomerzement signifikant besser als Zinkphosphatzement (ANOVA/SNK; p<0,05). Praktische Schlussfolgerung Nach einer Wurzelkanalfüllung sollte koronal sofort ein adhäsiver Verschluss durchgeführt werden, um eine Reinfektion zu verhindern. Die Variante mittels Phosphorsäureätzung, Syntac classic und Tetric flow zeigt sich hierzu ebenso gut in der Lage wie diejenige mittels Coroseal. Nur aufgrund der klinisch leichteren Applikation sowie praktischer Vorteile wäre Coroseal vorzuziehen. Außerdem erzielte die zusätzliche Sealerentfernung mit Clinpro Prophy Powder eine tendenzielle Verbesserung der Dichtigkeit des Verschlusses mit Tetric flow.

DOI
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