Anwendung der dreidimensionalen Rotationsangiographie bei Kindern mit angeborenen Herzfehler - 10 Jahre Erfahrung aus einer Single-Center-Studie

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2022-05-30
Issue Year
2022
Authors
Söder, Stefanie
Editor
Abstract

This paper aims to assess the usability and advantages of three-dimensional rotational angiography (3DRA) in patients with congenital heart disease (CHD) and its application in the cath lab. Up to now, its use in CHD is not widespread or standardized. We analyzed all patients with CHD who underwent a 3DRA at our facility between January 2010 and May 2019. The 3DRAs were evaluated for radiation exposure, contrast dye consumption, diagnostic utility and image quality. We performed 872 3DRAs. 3DRA was used in 67.1% of the cases for interventional procedures and in 32.9% for diagnostic purposes. Two different acquisition programs were applied. The median dose-area product (DAP) for all 872 rotations was 54.1 µGym2 (21.7-147.5 µGym2) and 1.6 ml/kg (0.9-2.07 ml/kg) of contrast dye was used. Diagnostic utility of the generated 3D-model was rated superior to the native 3D angiography in 94% (819/872). 3DRA is an excellent and save diagnostic and interventional tool. However, 3DRA has not become a standard imaging procedure in pediatric cardiology up to now. Effort and advantage seems to be unbalanced, but new less invasive techniques may upgrade this method in future.

Abstract

Hintergrund und Ziele Innerhalb des letzten Jahrzehntes entwickelte sich die dreidimensionale Rotationsangiographie zu einem hilfreichen Verfahren für die diagnostische und interventionelle Katheterisierungen von Patienten mit angeborenen Herzfehlern. Dennoch ist der Gebrauch dieser Technik bei dieser Patientengruppe bis heute kaum verbreitet und nicht standardisiert. In der vorliegenden Arbeit wird der Nutzen, die Vor- und Nachteile und die Anwendbarkeit der Methode im Herzkatheterlabor bewertet.

Methoden Im Zeitraum von Januar 2010 bis Mai 2019 erfolgte eine retrospektive Analyse aller dreidimensionalen Rotationsangiographien, die an Patienten mit angeborenen Herzfehlern am Kinderherzzentrum in Erlangen durchgeführt wurden. Erkenntnisse lieferten die Evaluation der Strahlendosis, der Kontrastmittelverbrauch, der diagnostische Nutzen und die vorliegenden Bildqualität. Die 3DRA wurde mit einer biplanaren Angiographieanlage durchgeführt und zwei verschiedene Aufnahmeprogramme wurden angewandt.

Ergebnisse und Beobachtungen Insgesamt wurden 872 dreidimensionale Rotationsangiographien durchgeführt. In 67.1 % der Fälle kam die dreidimensionale Rotationsangiographie für Interventionen und in 32.9 % der Fälle für diagnostische Zwecke zum Einsatz. Das mittlere Dosis-Flächen-Produkt für alle 872 Rotationen lag bei 54,1 μGym2 (21,7-147,5 μGym2) und die benötigte Kontrastmittelmenge betrug 1,6 ml/kg (0,9-2,07 ml/kg). Die diagnostische Aussagekraft der 3D-Modelle übertraf die konventionelle Angiographie in 94 % der Fälle (819/872).

Schlussfolgerungen Die dreidimensionale Rotationsangiographie ist ein geeignetes und sicheres Hilfsmittel in der diagnostischen und interventionellen Kardiologie. Sie verfügt im Vergleich zur konventionellen Angiographie über eine zusätzliche Bildinformation sowie eine genauere Diagnosemöglichkeit. Die rekonstruierten 3D-Modelle können zur gezielten Unterstützung bei der 3D-Navigation von komplexen Eingriffen genutzt werden. Bisher gelang es nicht diese Methode als Standardverfahren in der Kinderkardiologie zu etablieren. Neue und weniger invasive Techniken könnten den Einsatz der dreidimensionalen Rotationsangiographie weiterentwickeln oder ersetzen.

Citation
10.1038/s41598-020-63903-x
DOI
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