Die „Duale Intraoperative Visualisierung“ als neues Verfahren zur operativen Behandlung maligner Gliome

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2013-12-13
Issue Year
2013
Authors
Hore, Nirjhar
Editor
Abstract

Hintergrund und Ziele: Bei malignen Gliomen beeinflusst das Ausmaß der Tumorresektion bei Erhalt des neurologischen Status das Gesamtüberleben maßgeblich. Ziel der Studie war, nachzuweisen, ob durch die Kombination von einem biochemischen, fluoreszenzgestützten Verfahren mit der Aminosäure 5-ALA und der intraoperativen 1,5 Tesla MRT mit Integration einer funktionellen Neuronavigation eine maximale Resektion bei minimalen postoperativen neurologischen Defiziten möglich ist. Methoden: Eine Sequenz von primärer fluoreszenzgestützter Operation mit einer nachfolgenden Kontrolle und Reevaluation mittels Siemens Magnetom 1,5 Tesla intraoperativem MRT mit integrierter BrainLab VectorVision Neuronavigation wurde wiederholt durchgeführt, bis das geplante Resektionsausmaß erreicht war. Alle Tumoren in dieser Serie wurden entsprechend der funktionellen Graduierung gemäß Sawaya klassifiziert. Ergebnisse und Beobachtungen: Die Kombination der fluoreszenzgestützten Resektion und der intraoperativen Evaluation mittels 1,5 Tesla MRT hatte das Ausmaß der Tumor-Resektion in der Gruppe der funktionellen Grad II Tumoren, von 61,7 % auf 100 % signifikant gesteigert. Darüber hinaus konnte bei Tumoren mit einem funktionellen Grad III durch die Kombination beider Verfahren zwar keine vollständige Resektion erwartungsgemäß erreicht werden, jedoch gelang es auch in dieser Untergruppe das Resektionsausmaß von 57,1% auf 71,2% signifikant zu steigern, ohne dabei postoperative neurologische Defizite zu verursachen. Praktische Schlussfolgerungen: Durch die Kombination beider Verfahren kann häufiger eine makroskopisch vollständige Resektion bei malignen Gliomen erreicht werden, als durch die alleinige Anwendung der fluoreszenzgestützten Resektion, wobei postoperative neurologische Defizite insbesondere bei Tumoren in unmittelbarer Nachbarschaft funktionell eloquenter Hirnareale vermieden wurden.

DOI
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