Technologie-Bilanzierung. Instrument einer zukunftsorientierten Unternehmensbeurteilung

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2019-03-11
Issue Year
1996
Authors
Hartmann, Matthias
Editor
Publisher
Vandenhoek & Ruprecht
ISBN
3-525-12575-5
Abstract

Conventional accounting figures are inadequate in markets with rapid technological change, needing technological input. It is not only a question of registering and listing technologies, it also requires a structured assessment of the aptitude of technologies for the market to be served. In markets subject to slow technological change some indicators may be found in time by conventional accounting methods. In markets with rapid technological change and deceptively high growth, these conventional approaches present considerable problems. There is a urgent need for an additional input. We would like to offer one possible solution: the technology balance sheet. The formal structure of a technology balance sheet is expressed in the use of various technologies (product technologies and process technologies) as structural elements. On the assets side (technology application), the technologies are shown assembled in products and processes. On the liability side (technology resources) the technologies are shown as abstract functional principles. The assets side shows how technologies are used whereas the liability side shows their origin. The horizontal subdivision of technology application is seen in the equal treatment of process and product technologies, while the horizontal subdivision of technology resources is seen in the availability of in-house technologies and external technologies. The completed technology balance sheet for a company lets a whole range of auditing indicators be used to answer the questions initially posed.

Abstract

Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit ist die Feststellung eines Auseinanderdriftens der „Welt des Kaufmanns“ und der „Welt des Technikers“ mit beobachtbaren problematischen Konsequenzen: Einerseits verfügt das Technologie-Management über kein ähnlich wirkungsvolles Instrument wie die Bilanz, um Technologien strukturiert abzubilden und zu bewerten. Anderseits verfügt das Rechnungswesen nicht über die Sachinformationen, die für ein Technologie-Management notwendig wären. Der Verfasser beklagt dies keineswegs, sondern nimmt es als gegeben. Wenn es eine solche Differenz gibt, so seine schlüssige Grundüberlegung, dann werden die dadurch erzeugten Verständigungsschwierigkeiten im unternehmerischen Entscheidungsprozess nur lösbar, wenn beide (Sprach-)Welten sich in ihrer Sprache annähern können. Ein Instrument hierzu kann nach Ansicht des Verfassers eine zur „konventionellen Bilanz“ komplementäre „Technologiebilanz“ sein: Die Anwendung der bekannten Bilanzarchitektur auf technologische Fragestellungen ermöglicht eine strukturierte Abbildung der technologischen Lage in einem vertrauten Ordnungssystem. Dabei erbringt die Technologiebilanz nicht nur für Kaufleute, sondern auch für Techniker eine Übersetzungsleistung. Der Kaufmann verwendet die Bilanzsprache, um sich in technologische Sachverhalte einzudenken. Der Techniker denkt sich in die Bilanzsprache ein, um technologische Sachverhalte ausdrücken zu können. Ein zentrales betriebswirtschaftliches Thema wird aus der Perspektive des Technologie-Managements neu betrachtet. Komplementär zur konventionellen Bilanz soll die Technologiebilanz einen zukunftsorientierten, hochaggregierten Gesamtüberblick zur technologischen Lage eines Unternehmens geben. Wie die konventionelle Bilanz als System von sachlogisch strukturierten Indikatoren Aktiv- und Passivposten zueinander (rechentechnisch) in Beziehung setzt, ist auch die Technologiebilanz aufgebaut. Sie wird nach bestimmten Grundsätzen ordnungsmäßiger Technologiebilanzierung erstellt und bietet ebenfalls eine Reihe von Bilanzanalysemöglichkeiten. Die Anwendungsmöglichkeiten der Technologiebilanzierung konzentrieren sich nicht nur auf Industriebetriebe. Unabhängig von der bilanzierenden Institution können mit Hilfe der Technologie-Bilanzierung Unternehmensbewertungen vorgenommen werden. Finanzdienstleistern bzw. Kapitalgebern eröffnet sich zum Beispiel die Möglichkeit, die Frage der Kreditwürdigkeit bzw. Finanzierung von Technologie-Unternehmen anhand einer Technologiebilanz zu beantworten.

DOI
URN
Zugehörige ORCIDs