Auswirkungen von Hormontherapie und körperlichem Training auf die Knochenmineraldichte gesunder Frauen - eine systematische Überprüfung und Metaanalyse

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2022-12-19
Issue Year
2022
Authors
Born, Clara
Editor
Abstract

Hintergrund: Es gibt Hinweise darauf, dass ein adäquates anaboles hormonel- les Milieu für die Mechanosensitivität/-transduktion/-reaktion des Knochengewe- bes von wesentlicher Bedeutung ist. Zielsetzung: Es sollte festgestellt werden, ob die Kombination einer Hormonthe- rapie (HT) mit körperlichem Training die isolierte Wirkung der HT auf die Kno- chenmineraldichte (BMD) der Lendenwirbelsäule (LWS) und des proximalen Femurs (FN) erhöht. Methoden: In einer umfassenden Literaturrecherche bis zum 28.04.2021 wurden Studien aus sechs Datenbanken eingeschlossen. Analog dem PRISMA-State- ment wurden kontrollierte Studien mit einer Dauer von mehr als sechs Monaten und drei Studienarmen eingeschlossen: (a) Hormontherapie (HT), (b) körperli- ches Training (E) und (c) die Kombination aus Hormontherapie und körperlichem Training (HT+E). Studien mit Medikamenten oder Krankheiten, welche auf die Knochenmineraldichte oder den Knochenstoffwechsel einen relevanten Einfluss haben, wurden ausgeschlossen. Die vorliegende Analyse wurde als Metaanalyse mit zufälligen Effekten durchgeführt. Ergebnismaße waren standardisierte Mittel- wertdifferenzen (SMD) für BMD-Änderungen an den LWS und FN. Ergebnisse: Unsere Suche ergab sechs geeignete Studien (n=585). Obwohl die Effekte der kombinierten Interventionsgruppen (HT+E) auf die Knochenmineral- dichte an LWS (SMD: 0,19, 95%-CI: -0,15 bis 0,53) und des FN (0,18, 95%-Cl: - 0,09 bis 0,44) im Vergleich zur isolierten HT-Gruppe ausgeprägter war, konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen beiden Gruppen nachgewiesen wer- den. Wir beobachteten eine geringe (I2: 29%) oder mäßige (I2: 49%) Heterogeni- tät zwischen den Studien für FN oder LWS. Das Trichterdiagramm zeigte eine leichte (LWS) bis moderate (FN) Publikationsverzerrung. 1 2 Schlussfolgerung: Wir konnten keinen signifikanten Effekt von HT+E im Ver- gleich zu HT allein feststellen. Wir führen dieses Ergebnis zu einem großen Teil auf die unterschiedliche HT-Supplementierung und den hormonellen Status zu- rück. In Anbetracht der Tatsache, dass synergistische/additive Effekte zwischen HT und mechanischer Stimulation nur bei Hormoninsuffizienz zu erwarten sind, sollten weitere klinische Studien die endogene Östrogenproduktion im Ausgangs- zustand, aber auch die HT-Dosierung sorgfältiger berücksichtigen.

DOI
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