Diagnostik visueller Wahrnehmung bei Vorschulkindern zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten – ein Methodenvergleich zur Ökonomisierung des klinischen Untersuchungsaufenthalts in der Phoniatrie und Pädaudiologie

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Issue Date
2010-02-25
Issue Year
2009
Authors
Pröls, Renate
Editor
Abstract

Visual perception is an essential skill for written language attainment. In this study, it was investigated by two screening methods. Based on the results, a concrete indication for an economisation of the clinical examination workload for the early identification of children who are at risk of reading failure and dyslexia should be achieved. The “Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten” BISC and „Frostigs Entwicklungstest zur visuellen Wahrnehmung“ FEW were applied on 21 preschool children and compared. BISC testing identified eight children to have a risk to develop dyslexia, eight children achieved substandard results in the subtest of visual perception. FEW identified four of 21 children with low visual perception skills; those four also were identified by the BISC. There is significant correlation between BISC´s overall results and the subtest of BISC to detect visual perception as well as between the overall results of BISC and FEW. BISC’s subtest for visual perception and the FEW subtests do not show significant agreement. Conclusions: Diagnostic investigation of visual perception is part of the BISC. The application of FEW does not deliver additional information regarding this inquiry, but assists with identification and advancement of basic visual perception failure.

Abstract

Die visuelle Wahrnehmung ist eine grundlegende Fertigkeit des Schriftspracherwerbs. Sie wurde in dieser Studie mit zwei Testverfahren zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten untersucht. Aus den Ergebnissen sollten sich konkrete Hinweise für eine Ökonomisierung des in der Klinik notwendigen Untersuchungsaufwandes ergeben. Zwei gängige Methoden zur Überprüfung der visuellen Wahrnehmung, das Bielefelder Screening zur Früherkennung von Lese-Rechtschreibschwierigkeiten BISC sowie der Frostigs Entwicklungstest der visuellen Wahrnehmung FEW wurden bei 21 Vorschulkindern durchgeführt. Im BISC wurden acht Kinder als Risikokinder zur Ausbildung einer Lese-Rechtschreibschwäche identifiziert, acht Kinder waren im Subtest zur visuellen Wahrnehmung auffällig. Im FEW wurden bei vier von 21 Kindern niedrige visuelle Wahrnehmungsleistungen festgestellt; diese befinden sich unter den im BICS auffälligen Kindern. Es besteht eine signifikante Korrelation zwischen dem Gesamtergebnis des BISC und dem Subtest zur Erfassung der visuellen Aufmerksamkeitssteuerung des BISC sowie dem Gesamtergebnis des BISC und dem des FEW. Fazit für die Praxis: Die visuelle Wahrnehmung wird als Teil des BISC getestet. Die spezifische Untersuchung mittels FEW liefert hinsichtlich der Risikoabschätzung einer Lese-Rechtschreibstörung keine zusätzlichen Informationen, ist aber für die Identifikation basaler Störungen der visuellen Wahrnehmung und zur Planung adäquater Fördermaßnahmen hilfreich.

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