Untersuchungen zur Prävalenz von respiratorischen, intestinalen und allergischen Folgeerkrankungen bei Patienten mit Ösophagusatresie und deren Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität im Langzeitfollow-up

Language
de
Document Type
Doctoral Thesis
Granting Institution
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Medizinische Fakultät
Issue Date
2024
Authors
Schüle, Sofia Leonie
Editor
Abstract

Hintergrund und Ziele Ziel dieser Studie war die Bewertung des Behandlungsergebnis von Patienten mit Ösophagusatresie (ÖA), wobei der Schwerpunkt auf dem Vorhandensein von Atemwegs- und Darmerkrankungen, der Entwicklung von Allergien und dem Einfluss auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQoL) lag. Durch die Entwicklung eines Scores sollten Risikofaktoren identifiziert werden, um die Zusammenhänge zwischen den gegebenen Voraussetzungen, der Therapie, der Entwicklung von Begleiterkrankungen, dem Gesundheitszustand und der Lebensqualität zu untersuchen. Methoden (Patienten, Material und Untersuchungsmethoden) Es handelt sich um monozentrische Studie von Patienten mit ÖA, die zwischen 2010 und 2021 in unserem spezialisierten Zentrum behandelt wurden. Die Daten wurden retrospektiv aus den Krankenakten erhoben. Zusätzlich wurde ein spezieller Fragebogen entwickelt, um den aktuellen Status der Patienten zu erfassen. Die statistische Analyse führte zur Einführung von drei Scores (Lungen- (LSC), Verdauungs- (VSC) und Histoscore (HSC)), um den Krankheitsverlauf zu messen und zu vergleichen. Ergebnisse und Beobachtungen Die Ansprechrate in unserer Studie betrug 77 %, was einer medianen Nachbeobachtungszeit von 46,5 Monaten (Mittelwert = 56,4 Monate, Spannweite = 4 - 121 Monate) nach der Anastomose entspricht. Der LSC und der VSC zeigten eine hohe Assoziation mit dem aktuellen Status, dem Vorhandensein von Beeinträchtigungen im Alltag und der HRQoL. 36 % unserer Patienten wiesen thorakale Anomalien, wie Rippenfusionen (19 %) oder eine Skoliose (14 %), auf. Es zeigte sich auch eine hohe Assoziation zwischen Thoraxanomalien und LSC, VSC sowie dem aktuellen Status. Wir stellten fest, dass das Vorhandensein von Allergien (31 %) ebenfalls mit dem aktuellen Status, Beeinträchtigungen im Alltag und hohen Werten in allen Scores assoziiert war. Eine verlängerte postoperative Behandlung (Dauer der Thoraxdrainage oder Relaxationszeit) zeigte ebenfalls eine Assoziation mit der Entwicklung von Allergien. Schlussfolgerungen und Diskussion Der LSC und VSC können helfen, die Behandlung von Atemwegs- und Darmsymptomen bei ÖA-Patienten zu beurteilen und zu verbessern. Eine langfristige Nachsorge mit regelmäßigen Kontrollen, die sich auf die Entwicklung von Atemwegs- und Darmerkrankungen, Thoraxanomalien und Allergien konzentriert, ist bei der Behandlung von ÖA-Patienten unerlässlich.

Abstract

Objectives The aim of this study was to evaluate the outcome of patients with esophageal atresia (EA), focusing on the presence of respiratory and intestinal diseases, the development of allergies and the influence on the health-related quality of life. (HRQoL). The target was to identify risk factors by creating a score to investigate the relationship between given preconditions, treatment, development of related diseases and the status of health and quality of life. Design and Methods This is a monocentric study of patients, who were treated with EA in our specialised centre between 2010 and 2021. Retrospective data were collected from medical records. In addition, a specific questionnaire was developed to collect the patient’s status. Statistical analysis leads to three scores (respiratory (LSC) /intestinal (VSC) /histological score (HSC)) to measure and compare the development of diseases. Observations and Results The response rate in our study was 77%, resulting in a median follow-up rate of 46,5 months (mean = 56,4 months, range = 4 - 121 months) after anastomosis. The LSC and VSC have a strong association with the status, the presence of impairments in daily life and the HRQoL. 36 % of our patients had chest abnormalities such as like rip fusions (19%) or scoliosis (14%). The study showed a high association of chest abnormalities with the LSC, VSC and the status. We found out that the presence of allergies (31%) was also associated with the status, impairments in daily life and high scores on all three scores. A prolonged postoperative treatment (duration of thorax drainage or relaxing time) is associated with the development of allergies. Conclusions The LSC and VSC may help to assess and improve the management of respiratory or intestinal symptoms in EA patients. A long-term-follow-up with periodically controls focusing on the development of respiratory and intestinal diseases, chest abnormalities and allergies is essential in the treatment of EA patients.

DOI
URN
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